Schnüffeleien am Smart-TV: LG spricht von „Missverständnissen“

LG wehrt sich gegen die jüngsten Vorwürfe, seine Smart-TVs die Zuschauer auszuspähen. Man spricht von „Missverständnissen“.
Allerdings geht LG auch gar nicht konkret auf alle Vorwürfe ein und weicht anderen aus, indem man Dinge betont, die so gar nicht kritisiert worden sind. Beispielsweise stellt der südkoreanische Hersteller klar, dass man seine Nutzer natürlich nicht über die Mikrofone durchgängig abhöre. Das wurde aber auch gar nicht behauptet. Kritik gab es vielmehr daran, dass die Mikrofone der Smart-TVs auch ca. 15 Sekunden nach einer Spracheingabe weiter mithören.
So können Unterhaltungen und Personen aufgenommen werden, die keine Relevanz für die Spracheingabe haben. Zudem fand der YouTube-Kanal, der die Diskussion angestoßen hatte, Gamers Nexus, auch Dateien, welche Konversationen transkribiert und im Klartext enthielten.
LG bezeichnet Privatsphäre als „fundamentales Prinzip“ seiner Produkte
LG betont, dass Privatsphäre ein „fundamentales Prinzip“ der Produkte des Unternehmens sei. Derzeit gäbe es aber viele „Missverständnisse“ zur Funktionsweise der eigenen Smart-TVs. Etwa erklärt der Hersteller in seiner Stellungnahme, dass Teile der Datenerfassung optional und als Standard ausgeschaltet seien. Andere, wie auch ACR (Automated Content Regonition) seien durch die Nutzer deaktivierbar.
Zu erwähnen ist, dass der YouTube-Kanal Gamers Nexus auch zeigen konnte, dass die Fernseher von LG z. B. weitere Geräte und Netzwerke in der Nähe erfassen und scannen. Allerdings ist das eben nicht nur bei LG der Fall, sondern andere TV-Hersteller handhaben das im Grunde genau so. Ursache ist, dass die Anbieter inzwischen auch nach dem eigentlichen TV-Verkauf viel Geld mit dem Ausspielen von Werbung bzw. „Empfehlungen“ verdienen.
Antwort der Kritiker liegt bereits vor
Gamers Nexus hat bereits mit einem Antwortvideo auf die Stellungnahme von LG reagiert. Dabei zeigt man sich unbeeindruckt und hält an den Vorwürfen fest. Im Übrigen hat der Hersteller sich auch zu den Sicherheitslücken geäußert, wenn auch nur sehr allgemein. So betont man, dass kein technisches Gerät zu 100 % sicher sein könne. Man verbessere seine Produkte aber über ihren gesamten Lebenszyklus stets.
Am Ende wird die Kritik an der Schnüffelei durch Smart-TVs wohl noch lange bestehen bleiben. Die Hersteller dürften unterdessen wenig ändern – zu lukrativ ist das Geschäft mit Daten und Werbung.
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